vier sind mal welt

WELTREISE ALS FAMILIE – UND DANACH?

 

Das Meer rauscht. Die Zikaden zirpen und in der Bambushütte summt der Ventilator.

Wir legen eine kurze Pause vom Reisen ein. In einem Ressort direkt am Strand in der Nähe von Varkala in Südindien. das Ressort, ein Tipp einer Travellerin und was für einer! Palmen, Hängemattten und absolute Ruhe. Wenig los hier, ein paar Yogis, einn paar Traveller und zwei, drei Familien. Das Restaurant mit fünf Tischen unter Palmen und mittten im Sand. Man geht barfuß und ist einfach da. Mehr nicht. Ein guter Einstieg in das neue Jahr.

Vorher volles Programm, ein Fest für die Augen. In einer der futuristischsten Städte fing es an:

Mit Singapur Airlines am zweiten Weihnachtstag nach Singapur geflogen (kurzer Hinweis an Heidi: Germanys next Flop-Models können leider einpacken bei all diesen wunderschönen Frauen). Probleme, die gelöst werden, bevor man sie selber erkannt hat. Unglaublich. Bezieht sich auf ganz Singapur, so haben wir es in den paar Tagen empfunden.

Um 7h im wohl bekanntesten Hotel Singapurs angekommen, das ich uns für eine Nacht gegönnt habe, weil vor der Reise beruflich so viel Positives passiert ist und ich dachte: das müssen wir, so kurz vor Jahreswechsel, einmal feiern. Wir also ins „Marina Bay Sands“. An dieser Stelle und in der Galarie nur ein paar Fotos, und nur soviel: Wir sind aus dem Juchtzen gar nicht mehr heraus gekommen, zumal wir bereits gleich nach Ankunft (um kurz nach 7Uhr!) einchecken durften. Und in den 147 Meter langen Pool auf den Dach im 57. Stock. Yipeee! Wegen der Kinder. Denn in Singapur tut man alles für die Kinder. Und für die Kundschaft. So unser Eindruck.

Nur ein Beispiel: Taxifahren ist in Singapur sehr günstig . Für uns als Familie kam es sogar günstiger  als die Metro. Als wir den Taxifahrer fragten wie teuer eine Fahrt nach Katong sei, ein sehr beschauliches Viertel, das uns von Freunden empfohlen wurde (wir selbst „wohnten“ anschließend in Chinatown am Clarke Quai, total nett, mit zum Teil kleinen Restaurants, in dem die Oma von Hand abwäscht, sich alles auf engstem Raum stapelt und der Koch sich vor dem Klo umzieht), Katong also, ein Viertel, das in der Tat ganz großartig ist, sagte der Taxifahrer: 5 SGD (das sind etwas mehr als drei Euro). Wir stiegen ein. Die Fahrt nahm kein Ende, so schien es, das Tachometer stieg und stieg. Landete schließlich bei 10,40. Der Taxifahrer entschuldigte sich und bestand darauf, nur die abgemachten 5 SGD zu bekommen.

Besagte Freunde, die bald in Singapur leben werden, sagten uns, ihr Sohn hätte das letzte Mal ins Taxi gespien. Und was sagte der Taxifahrer? Er entschuldigte sich für seinen Fahrstil. 

Bis auf einen Ausflug auf eine vorgelagerte Vergnügungsinsel und für uns der bisher schlimmste Tag dieser Reise,  mental betrachtet, vor allem für uns Eltern, denn dort wurde gerade die größte Silvester-Raveparty Asiens vorbereitet und Frank fand sich in einer rosa Bimmelbahn und zwischen winkenden Delfinen wieder, für ihn eine fast alptraumartige Erfahrung und da auch mal männliche Gefühle thematisiert werden sollen, deshalb auf Wunsch von Frank die Ergänzung an dieser Stelle, zumal wir fast nicht mehr rausfanden aus all dem „Fun“ und den Aktionen und Souvenirshops und uns dreimal verfuhren (mit dem Bus, nicht mit der Bimmelbahn), aber dazu mehr später – also abgesehen davon ist Singapur fantastisch. Wir haben das Glück, noch einmal für einen Tag nach Singapur zu fliegen. Diesmal haben wir eine Unterkunft in Katong gebucht…

Der Flugzeugabsturz hat uns dann zunächst etwas aus der Bahn geworfen. Air Asia, gleiche Fluglinie, ähnliche Route, nur inn die andere Richtung. Die Fluglinie soll angeblich insolvent sein, hörten wir und ob wir nicht umbuchen wollten. Rietenuns  einige Asiaten, die alle gebannt vor den Bildschirmen saßen. Aber ich habe noch weitere Flüge mit dieser Linie gebucht und bisher galt sie als sicher und unbedenklich. Doch wenn sie pleite ist? Die Piloten vielleicht übermüdet oder unerfahren? Die Flugzeuge nicht gewartet?

Wir fliegen. An Bord wird gebetet. Ob einfach so oder wegen des Absturzes werden wir nie erfahren. Ich bin dankbar für die Gebete der anderen Fluggäste.

Indien.

Von der Ordnung ins Chaos. Von der peniblen Sauberkeit in Gerüche, von denen ich bisher nicht wusste, dass es sie gibt. Wir sind in Kerala gelandet. Im Indien für Anfänger, wie echte Kenner gerne verlauten lassen. Höhere Einkommen, gutes Bildungsniveau und bessere Stellung der Frau. (Um es holzschnitzartig zusammen zu fassen). Könnte jetzt schon wahnsinnig viel zu unseren Indien-Erlebnissen schreiben, aber halte mich kurz: am Flughafen nachts um 23Uhr ein Anruf des Hotelbesitzers: sorry, aber wir müssten leider woanders nächtigen, das Zimmer sei noch nicht ganz fertig. – Hä? (für uns gefühlt war es nach Singapurzeit bereits morgens und wir hatten alle nicht geschlafen). Um es kurz zu machen: wir fahren anschließend eine Stunde nach Fort Cochin, begutachten katastrophale Absteigen, es ist mittlerweile halb zwei nachts, und landen im Nachbar-Guesthaus vom „Good Karma Inn“, das ich gebucht hatte. Geldscheine unter den Hotelbesitzern werden hin-und hergeschoben, der eine lästert über den anderen, es hätte komödiantische Züge, wenn wir nur nicht so müde wären.  Danach Umzug ins Good Karma. Die Wände sind noch feucht von Farbe, es gibt weder Kopfkissen noch Bettwäsche. Wir bleiben, weil der Besitzer so bemüht ist. Und rollen unsere dünnen Stoff-Schlafsäcke aus. Nach einer Nacht geben wir auf. Der Farbgeruch ist zu stark.

Cochin und Südindien ansonsten: faszinierend, ein Farbenrausch, ein Fest für die Sinne!

Leuchtende Saris, Elefanten auf der Straße, Kamele, die Lasten tragen, Männer, die voll beladene Handkarren ziehen, ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken, was ich zuerst fotografieren soll. Frank genauso. Eine weitere Auswahl meiner privaten Schnappschüsse stelle ich wieder wie zuvor auch in diese Galerie, Franks Fotos findet Ihr auf seiner Website, die die meisten sicher kennen: http://www.franksiemers.com). Die bunten Tuk Tuks  lieben wir besonders (zu unserem heute , das grüne Bänder vor der Windschutzscheibe und somit vor den Augen des Fahrers hat, sagt Antonia nur ganz trocken: „Der sieht ja gar nichts. Bin gespannt wie der fährt, wenn der nichts sieht“). Und steigt ein.

Sind gut angekommen, nicht nur mit dem Tuk Tuk, sondern auch in Indien.  Alle extrem kinderfreundlich, zugewandt und sehr interessiert. Das fällt auch Antonia und Helen auf. Wie oft die Frauen uns ansprechen, Fragen stellen und uns auf der Straße anlachen. Wir Mädels haben uns neu eingekleidet, denn hier trägt Frau die Beine und Schultern bedeckt. Nur ie Droge Alkohol muss man sich heimlich besorgen. Alkohol gibt es hier offiziell nirgendwo. Auch wenn frisch gepresste Säfte und Ingwertee sehr lecker sind, habe ich also heute mit ca. 30 Männern in einer schäbigen Seiten-Gasse angestanden, um hinter einem dunklen winzigen und durch Trennwände versteckten Verschlag durch ein Gitter zwei Flaschen Weißwein zu bekommen. Frank und die Mädchen warteten draußen. Frauen werden in diesem Fall in Indien ausnahmsweise vorgelassen. Das mussten wir ausnutzen…

Und nun also unser kleines Paradies. Baden, Joggen, Yoga, schreiben, Unterricht, spielen, Eindrücke verarbeiten.. und- einfach mal nur da sein. Das Anfänger- Indien tut ganz schön gut. Will mehr. Bekomme mehr. Bald. In Delhi und Agra. Das „echte Indien“. Von mir aus. Wir genießen erst einmal sehr das Hier und Jetzt im Indien für Anfänger.

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Eine Antwort auf „Von Ordnung und Chaos

  1. Christiane sagt:

    Herzlich willkommen im neuen Jahr, ihr lieben Vier! Mögen Krischna, Shakti und alle anderen eine schützende Hand über euch halten! Wir beginnen 2015 im stürmischen Heidewald, sitzen beim späten Frühstück und saugen eure Afrika- und Indienfarben mit allen Sinnen auf – spannend und schön und aufregend und gewöhnungsbedürftig, die Welt und eure Abenteuer! Es ist fast schon wie ein Fortsetzungsroman, ständig will man mehr, mehr, weiter, weiter :-)) Ruhe und Entspannung wünschen wir euch und viel Energie fürs fortgeschrittenene Indien… Liebste Grüße aus dem Lüpi-Land von Christiane

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