vier sind mal welt

WELTREISE ALS FAMILIE – UND DANACH?

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Am Ende der Straße steht ein Haus am See…

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Kaffeehäuschen in Oregon/USA (Verkäuferin siehe unten…)

 

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Mädelsmorgen in unserem Haus am See/Vancouver Island, Kanada

 

 

Unser Deck am Shawnigan Lake

Unser Deck am Shawnigan Lake

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Antonia lernt für die Schule – es gibt schlimmere Orte…

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Coffee to go in Oregon (Außentemperatur 16Grad…)

 

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Lagerfeuer ohne Bär

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Küste in Nordkalifornien

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Shawnigan Lake, Blick vom Garten

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Redwoods

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Fast ein Fisch an der Angel

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Wer hier nicht zum Yogi wird…

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Frühstück – wo ist die Butter? Egal. An diesem Ort.

Diese Stille. Wenn Luft ein Geräusch machen würde, hier würde man es hören. (Und dabei weiß ich als ehemalige Radiotante natürlich, dass auch Luft eine Atmo hat, bzw. eine ist. Um ein bisschen zu schlaumeiern…). Wir also im Land der stillen Atmo. Und der totalen Entspannung. Kanada. Welten von den USA entfernt. Mental zumindest. Und doch sind wir nur ein paar Meilen bis zur Grenze gefahren. bzw. kutschiert worden, denn wir hatten eine Fahrerin, die uns nach Abgabe des Campervans an einer Gott verlassenen Grenze in Nordamerika in einer Limousine nach Vancouver gefahren hat. Ist im Preis der Campermiete mit enthalten. Die ist dafür aber auch so hoch…aber das Thema hatte ich ja schon. Leider ging mal wieder alles schief, um es kurz zu machen: es kam zunächst weder Fahrer noch Fahrerin. Denn der oder die war bereits gestern da. Diese klitzekleinen Verwechslungen in Ort und Datum sind bei der Verleihfirma üblich und im Preis mit drin. Sonst wird so eine Reise ja auch langweilig. Wir also in der Pampa und nur eine Person zu sehen. Nicht der Fahrer, sondern ein Mensch der Verleihfirma. Der aber nicht fährt, sondrn sich um Verträge kümmert. Und sich und uns auch keinen Fahrer schnitzen konnte. Sondern viel rumtelefonierte. Und der uns, wie schon so viele Interessierte zuvor, auf unsere zwei Ukulelen ansprach. Und dann total in Fahrt kam und ins Schwärmen. Wie wunderbar dieses Instrument doch sei, dass er es so gerne spielen würde und immer einen Hawaianer hört, der so gut Ukulele spielt, dass es einem die Schuhe auszieht. Der Musik begeisterte Angestellte von der El Monte Campervanvermietung redete sich in Fahrt: „it’s amazing! You have to hear this!“ Und dann lief er kurz weg, holte ein mobiles Endgerät und zeigte uns ein you tube Video. So standen wir also in der Einöde von Nordamerika, in the middle of nowhere, warteten auf irgend jemanden, der uns irgendwie zum Flughafen nach Vancouver und unserem Mietwagen bringt und lauschten Jim Morrison, gespielt auf einer hawainischen Ukulele. Wenn uns nur die Zeit nicht so im Nacken gesessen hätte, denn wir wollten und mussten eine bestimmte Fähre von Vancouver nach Vancouver Island kriegen – wir hätten mit dem netten Herren gerne Ukulelestunden genommen und ein Bierchen getrunken.

 (Anmerkung: durch ein Update ist Blog Pad Pro, das Programm mit dem ich sonst immer den blog bearbeitet habe, nicht mehr zu öffnen. Apple arbeitet daran, heißt es. Ich arbeite jetzt mit einem Notprogramm, bei dem ich die Fotos nicht mehr in den Text stellen kann. Und platzieren wie ich möchte. Sorry! Das wird wohl weiterhin und bis zum Ende der Reise so bleiben. Für die Interessierten: Fotos dieser Situation und weitere Bilder stelle ich später in die Galerie. Die Fotos aus dem Beitrag „Vier in der Wüste“ waren auch zerschossen, ich habe einige wieder rein gestellt, so gut es jetzt eben geht)..

Irgendwann kam eine Limousine. Großer Jubel. Kurz darauf stellte sich heraus: leider die falsche. Die Dame durfte nicht mit uns über die Gremze fahren. Also weiterfahren. Wir sahen unsere Fähre schon abfahren und uns nachts in unserem Haus am See ankommen und nach dem Schlüssel suchen, der im Garten versteckt sein sollte. Also noch weitere Videos vom Hawaianer und der Ukulele. Ein Zeichen sicher, dass wir üben sollen, um endlich auch Ukulele spielen zu können. Dann endlich kam die Fahrerin. Und erzählte uns während der Fahrt nach Vancouver aufregende Geschichten von Grenzkontrollen. Für die Fähre wurde es knapp. Sehr knapp. Mietwagen abholen, Sachen reinstopfen und los. Gegen den Campervan nahm sich der Ford Fiesta wie ein Rennwagen aus. Trotzdem – viel zu spät erreichten wir die Fähre. Die Frau am Ticketcounter wies uns darauf hin, dass unsere Reservierung verfallen sei und wir wohl nicht mehr drauf kämen. Sie würde es aber noch versuchen. Wir stellten uns ganz links in die Schlange. In die Reihe der Looser und Zuspätkommer. Die rechten Reihen fuhren ein Auto nach dem anderen auf die Fähre. Wir verfolgten es mit Argusaugen. Und seufzten bei jedem Auto: „Haben die’s gut. Die kommen mit.“ Dann hätte unsere Reihe dran sein sollen. Doch ein Mann sperrte ab. Ich war fix und fertig. Wir würden im spät abends im Dunkeln das Haus erreichen. Könnten nichts mehr einkaufen. Und müssten jetzt zwei bis drei Stunden auf einem windigen Parkplatz warten. Kein Café, nichts. Wir waren total still. Und nieder geschmettert. Vor uns bewegten sich einige Autos. Und fuhren auf einer unteren Ebene auf die Fähre. Hatten die ein Glück! Wir rollten langsam weiter. Und weiter. Antonia und Helen ballten die Fäuste und beteten förmlich, dass wir auf die Fähre und danach in „unser“ Haus können. Wir waren alle fertig. Die letzten Tage waren extrem anstrengend, doch dazu mehr an anderer Stelle. Wir wollten in das Haus, das ich ausgesucht hatte, weil es direkt an einem See liegt, mit eigenem Bootssteg, Holzdeck, vielen Spielen, Feuerstelle, Grill, Kuschelsofa und mitten in der Natur. Da wollten wir alle hin. Und hatten uns ausdrücklich für die ersten Tage gegen Vancouver City entschieden. Die City kommt später. Erstmal weiterhin: Natur. Aber zunächst: Parkplatz. Das nächste Auto rollte auf die Fähre. Wir schwiegen. Und beobachteten die uniformierten Männer. Wann würden sie den Arm heben zum Stop-Zeichen? Und dann – waren wir drin. Ich glaube, noch nie haben wir uns so gefreut, auf einer Fähre zu sein. Wir schrien vor Freude und sangen. Das Lied von Peter Fox, das Antonia auswendig kann, vom Haus am See.

Und nun sind wir also hier. In einem alten Haus aus Holz, mit zwei kleinen Schlafzimmern unterm Dach, wobei das eine bodentiefe Fenster hat, die auf den See ausgerichtet sind. Mit einer offenen Küche, natürlich mit Blick zum See. Mit Kajaks und einem Ruderboot nebst Rettungswesten und einer Angelausrüstung. Frank hat sofort beschlossen: „und morgen früh wird geangelt.“ Äh, klar. Machen wir. Was aber mit dem Fisch tun, der an der Angel hängt? Wer nimmt die Bierflasche und…also, das diskutieren wir noch. Frank macht als erstes das, was ein Mann tun muss, weil es offenbar genetisch verankert in der Gattung Mann, wenn er an einem Haus ankommt, das in freier Natur und an einem großen See liegt, er macht ein Feuer. Und kommt freudig strahlend ins Haus. Das Feuer sei fertig. Leider können seine Mädchen zunächst die Begeisterung nicht so recht teilen, denn als er fragt: „Wer kommt raus?“, kommt von den beiden nur: „Ich nicht. Ich bin beschäftigt.“ – „Ich auch nicht. Muss den Stall zu Ende bauen.“ Antonia und Helen haben Holzbauklötze entdeckt. Und diverse Spiele wie Monopoli, Jenga und viele Comics. Und ich blättere in den unzähligen Zeitschriften und will mir eigentlich gerne in Ruhe die Fotos der Familie angucken, die an der Wand hängen, jener Familie, der das Haus gehört. Frank seufzt: „Hättet Ihr jetzt Karl, Klaus und Karsten geheißen, würdet Ihr begeistert aufschreien, toll, er hat ein Feuer gemacht, wir kommen!“  Natürlich sind wir alle raus. Sterne gucken, ins Feuer starren, auf Bootssteg setzen. Und aufs beleuchtete Haus gucken. Und einfach die Stille genießen. Und das Glück, in der Natur zu sein. Männer haben ja doch manchmal Recht. Wir haben anschließend Lachs von quasi vor der Haustür gegessen, direkt aus dem Pazifik aus dieser Gegend. Man darf keinerlei Lebensmittel draußen lassen, wegen der Bären. Auf dem Weg vom Fähranleger bis zum Haus (ca. 50km) haben wir übrigens keinen einzigen Laden gesehen. Müssen erst fragen, wo man hier einkauft. Und entdecken dann putzige Geschäfte, die aussehen wie aus einem Rosamunde Pilcher Film. Die Atmosphäre erinnert ein bisschen an Neuseeland. Auch das Auftreten der Kanadier. Hier zuckt niemand zusammen, wenn man ihn anspricht, wie wir es des öfteren in den USA erlebt haben, hier fragt auch bisher niemand, wie es uns hier denn gefällt wie in Australien. Im Supermarkt bedienen uns gut frisierte, fröhliche Herren mit grüner Schürze, Kravatte (!) und schwarz geputzten Schuhen. Wie aus einem Werbespot. Auch die Kassiereinnen wirken so fröhlich als hätten sie Drogen genommen. Und es wirkt nicht aufgesetzt. Man plaudert, kichert, lacht untereinander.

In den USA hatten wir übrigens ein recht skurilles Einkaufserlebnis: in Oregon gibt es fast an jeder Straßenecke kleine Holzhäuschen, um sich „Coffee to go“ abzuholen. Per Auto natürlich. Wir wollten mal gucken, welcher Kaffee dort angeboten wird und hielten vor einem rosa Häuschen. Frank wollte eigentlich Kaffee bestellen, brachte aber keinen Ton heraus. Denn trotz sechzehn Grad Außentemperatur arbeitete die junge Barista im Bikini. Als sei es das normalste der Welt. Und hatte einen Heizlüfter zu ihren Füßen. Die Kaffee-Häuschen stehen überall Im Norden der USA. Die Geschäfte scheinen gut zu laufen…

Auf dem weiten Weg nach Kanada sahen wir aber nicht nur skurille Kaffeehäuschen, sondern auch bizarre Küsten  und vor allem die Giganten des Waldes, die größten Bäume der Erde. Die Redwoods sind so gewaltig vor allem in ihrer Gesamtheit, dass man sich dagegen wie ein Nichts fühlt, wie ein Pups im Weltall, wie Helen sagt. Bis zu 115 Meter hoch und bis zu dreitausend Jahre alt. Da war Jesus noch nicht mal geboren, da trampelten noch Dinosaurier durch die riesigen Redwoodwälder. Heute fahren Autos dadurch. Und selbst monströse SUV’s wirken wie Ameisen gegenüber den Baumriesen. Die Natur ist mächtiger als der Mensch. Das machen einem Orte wie diese so deutlich, so dass man nur leise um die Bäume herum schleicht – und schweigt.

Nun also im Haus am See. Mit großem Holzdeck auf dem Wasser. Bei Sonne nutzen wir das Deck zum Angeln (wir alle, aber vor allem Frank und Antonia), Mathe üben (Antonia), Holztürme und Schlösser bauen (Helen), Yoga (ich). Das Deck, der Garten und der Blick vom Bett auf den See ist so schön, dass ich heute um kurz nach sieben Uhr aufstehen musste und raus aufs Deck, in die Morgensonne. Frank kam mit zwei Kaffeebechern hinterher. Die Mädels schliefen noch. Dieses Haus am See erinnert uns an das Haus in Neuseeland, das wir bewohnen durften. Man möchte nie mehr Lärm und Großstadt und Hektik haben, wenn man so wohnen kann. Nicht in der Nähe eines Sees, sondern direkt am Wasser, mit Blick darauf. Und die Nachbarn nicht zu sehen. Nur vom Deck aus zu erahnen. Das ist schöner wohnen in Reinkultur. Die wir für ganz kurze Zeit genießen dürfen. Nur einen Fisch, den haben wir noch nicht geangelt…

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 Der größte Fehler dieser Reise ist, das unnötigste Spielzeug mitgenommen zu haben, das die Menschheit zum Teil besitzt, und ich auch: ein Ipad. Und dafür keinen Computer. Ich schreibe also mit einem Spielapparat. Nein, ich versuche es. Seit nunmehr vier Monaten quäle ich mich. Und wundere mich, dass das Ding noch lebt und ich es noch nicht zerhackt habe. Das Reisen scheint gleichgültig zu machen. Oder entspannt. je nachdem. Texte, die ich schreibe, werden immer mal wieder einfach so gelöscht. Warum auch immer. Weil das Programm einfach den Geist aufgibt. (Warum auch immer). Buchstaben brauchen, nachdem ich die ersten Zeilen erfolgreich geschrieben habe, eine Sekunde (!), bis sie erscheinen. Pro – Buchstabe – eine – Sekunde. (Der Prozessor kommt offenbar nicht mit. Ist der anscheinend nicht gewohnt, dass man nicht nur Fotos anguckt mit dem Ding oder sich lustige Filmchen anschaut, sondern mehr als drei Sätze schreibt). Und nun ist das Programm, mit dem ich arbeite, nach einem update komplett und völlig und ganz und gar abgestürzt. Ist tot, das Programm. imageimageimage

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Fotos lassen sich mit diesem Notdurftprogramm nicht mehr richtig einfügen. WIe man hier eindrucksvoll sehen kann….ein lustiges Ratespiel: was soll das sein und was hat sie da fotografiert? Und die Auflösung stimmt auch nicht und das Format und…ach. (Ratespiel: von wann ist das Foto unten? Wer den Text aufmerksam liest, erfährt es. Toll, oder?) und wir sind wirklich sparsam. Den Beweis sieht man auf dieser Seite (kleiner Hinweis: auf Frank achten…).imageIch kann Seiten nicht mehr formatieren und offline nicht mehr schreiben. – Gut. Nun habe ich mich ausge…ärgert und fange, tiefer Atmer, einfach nochmal von vorne an und schreibe den gesamten Text (es waren 1440 Wörter, das hatte ich noch mitgeteilt bekommen, imageimageimagebevor das Programm sich verabschiedet hat – wie ein lustiges Winken, das einem hinterher geschickt wird). Das alles ist dennoch alles irrelevant, wenn man inmitten von Redwoods, den Riesenbäumen, nächtigt. imageimage Und deshalb auch, nur deshalb sitze ich und schreibe alles nochmal. Denn wir sind umgeben von Bäumen, die so breit sind, dass Autos durch ihren Stamm fahren können und die so hoch sind wie hundert mal Helen aufeinander gestapelt. (sorry, die Bilder sind mies eingebaut, aber dieses Notprogramm ist…nunja…notdürftig). Wir sind jetzt im Frühling angekommen. Und sind drei Stunden nach dem Death Valley (Hochsommer, Hitze, minus 89Meter, am tiefsten Punkt der USA) auf 3000m und im Schnee gelandet. Danach kamen wir an einem See vorbei, der aussah wie aus einer Märchenwelt, dem Mono Lake. Kalksäulen ragen aus ihm heraus wie Kreaturen von einem anderen Stern. Der Wasserpegel des Sees hatte sich innerhalb von fünfzig Jahren so dramatisch verringert, um Los Angeles mit Wasser zu versorgen, dass er seit den neunziger Jahren unter Naturschutz steht. (Foto siehe oben irgendwo). Danach fuhren wir weiter nach San Francisco. Frank, die Mädchen und ich waren vor vier Jahren schon einmal dort. Und haben jetzt eine neue Aufstellung für’s Foto probiert. Schin bemerkt? Da uns die Stadt so gut gefällt, haben wir beschlossen, alle vier Jahr das Foto zu erneuern…an der selben Stelle natürlich. (Foto ebenfalls oben, wird ein kleines, lustiges Sichspiel mit diesem Programm hier). In San Francisco gehen wir wie schon beim letzten Mal nach Ashbury Hights, ins ehemalige Hippieviertel, das wir besonders mögen. Und wie beim letzten Mal kaufen wir bei Whole Food leckere Dinge für ein nettes Picknick ein. Und wie beim letzten Mal setzen wir uns damit auf den Rasen vom Golden Gate Park und steuern den Spielplatz an. Es geht doch nichts über Rituale, auch auf Weltreisen. :) Als wir nach Hause wollen, also, zu unserem Campi, der auf einem RV am Highway N1 steht, für 85Dollar die Nacht, natürlich exclusive der Tagesmiete, die das rollende Heim verschlingt (Reisen im Campervan sind absoluter Luxus, da kann man noch so oft den Grill anschmeißen oder Pfannkuchen machen), also: es ist dunkel und uns ist kalt. Wir beschließen dennoch, tapfer und reiseerfahren und travellermäßig wie wir sind, den Bus zu nehmen, um zu unserem RV-Platz zu kommen, der sich außerhalb der Stadt befindet. mit dem Bus fahren, heißt in dem Fall: latschen, auf Bus warten, nochmal laufen, auf nächsten Bus warten, nochmal laufen…ich sage zur Reisegruppe, zu unserer Kernfamilie also: „Wir fragen nur so zum Spaß mal ein Taxi an. Der Bus kostet für alle 22 Dollar. Wir beschließen: „Wenn das Taxi mehr als 35 Dollar kostet, fahren wir Bus. Ok?“ Alle nicken. Frank hält ein Taxi an. Der Taxifahrer, nach dem Preis gefragt: „Das kostet zwischen 40 ubd 50 Dollar, dann kommen noch die Kosten für die Golden Gate…“ – „thanks. We take it.“ Ich springe rein, alle flugs hinterher. So herrlich kann Inkonsequenz sein. Es wird eine spannende Fahrt, weil der Taxifahrer von seiner Flucht aus Indien erzählt. Großartige Geschichte. Das Taxometer tackert, wir lauschen ergriffen. Am nächsten Tag in Sausalito essen wir bei einem vor Ort anscheinend sehr beliebten Italiener. Drei älterte Herren spielen großartigen Jazz. Antonia kommt ins Gespräch mit einem Mann, der sie fragt, ob wir geim Taj Mahal gewesen seien. Sie bejaht. Ich bin perplex. Das gibts doch nicht! Den Mann habe ich tatsächlich dort gesehen, vorm Taj Mahal in Induen. Und jetzt hier, in diesem kleinen, sympathischen, charmanten Restaurant im weltoffenen San Francisco! Die Welt ist ein Dorf und das ist doch Schicksal, dass man sich hier wieder trifft und jeder Mensch jennt jeden über sechs Ecken, ach, ist das schön! Der Mann führt uns heraus. Er will uns das Taj Mahal zeigen. Wir sind verwirrt. Und folgen ihm schweigend. Ein Verrückter? Wr wirkt ganz normal. Aber vielen Schizophrenen merkt man die Krankheit ja nicht unbedingt an…er führt uns auf einen Bootssteg. Der Mond scheint und in der Ferne taucht plötzlich ein Gebäude auf, das azssieht wie…das Taj Mahal. Ein Hausboot. Von einem, nunja, Fan. Der Mann, den ich meinte, in Ainduen gesehen zu haben, verabschiedet sich freundlich. Beim echten Taj Mahal ist er nie gewesen. (jetzt bitte das „falsche“ Taj Mahal suchen. Es ist irgendwo bei den Fotos versteckt…). Solche Begegnungen haben wir hier oft. Denn hier sind die Menschen wieder draußen und sichtbar, anders als in der Wüstengegend, wo man keine Menschenseele sah, nur riesige Blechkarren. Hier sind die Häuser wie in Neuseeland auch aus Holz, die Zäune, falls virhanden ebenfalls und man plaudert miteinander. Die Mädels nehemen wahlweise Hund  an die Aleine (keine Kampfhunde zum Glück, die sieht man hier kaum) oder eine Katze auf den Arm. Die pittoresken Ortschaften sehen aus wie aus einem Film. Kein Wunder. Sind sie auch. In Bodega Bay wurde Hitchcocks „Die Vögel“ gedreht und man sieht sie tatsächlich, die schwarzen Krähen. In einem anderen, Mendocino, der aussieht wie ein Ort von „Die Waltons“ oder „unsere kleine Farm“ (die älteren Semester werden sich erinnern…) kommt ein Ladenbesitzer mit einem Zettel in der Hand auf uns zu, zeigt uns einen Songtext und fängt an zu singen: „Mendocino. Mendocino…“ Andere Kunden summen nacheinander mit. Und wir mittendrin. Großes Kino. Oder „Welt!“ (oder Katrin? :)

 

Und dann die Landschaft. Tosendes Meer, krachende Wellen, schroffe Felsen, davor ein Meer aus Blumen. Campgrounds direkt am Ozean. Meeresrauschen, Sternenhimmel, Lagerfeuer. Und immer wieder anhalten beim Fahren. Glotzen müssen. Geht nicht anders. Die Natur ist Schuld. Wir schaffen 25 Meilen pro Stunde. Und es kommen noch weitere Filmlokations. Und das ehemalige Elternhaus von Kurt Cobain. Und Nationalparks mit Regenwäldern. Und danach Vancouver. Und Vancouver Island. Wir fahren erstmal weiter. Glotzen. Knipsen. Atmen die Weite, die Frühlingsdüfte, und ich bleibe ent-spannt mit der Technik und denke an den Busfahrer der Cook Islands, Mr. Hopeless, der vor jedem Schlagloch rief: „Breathe in, breathe out!“ Und Frank kauft sich vielleicht eine neue Brille. Vielleicht.    

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