vier sind mal welt

WELTREISE ALS FAMILIE – UND DANACH?

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 Der größte Fehler dieser Reise ist, das unnötigste Spielzeug mitgenommen zu haben, das die Menschheit zum Teil besitzt, und ich auch: ein Ipad. Und dafür keinen Computer. Ich schreibe also mit einem Spielapparat. Nein, ich versuche es. Seit nunmehr vier Monaten quäle ich mich. Und wundere mich, dass das Ding noch lebt und ich es noch nicht zerhackt habe. Das Reisen scheint gleichgültig zu machen. Oder entspannt. je nachdem. Texte, die ich schreibe, werden immer mal wieder einfach so gelöscht. Warum auch immer. Weil das Programm einfach den Geist aufgibt. (Warum auch immer). Buchstaben brauchen, nachdem ich die ersten Zeilen erfolgreich geschrieben habe, eine Sekunde (!), bis sie erscheinen. Pro – Buchstabe – eine – Sekunde. (Der Prozessor kommt offenbar nicht mit. Ist der anscheinend nicht gewohnt, dass man nicht nur Fotos anguckt mit dem Ding oder sich lustige Filmchen anschaut, sondern mehr als drei Sätze schreibt). Und nun ist das Programm, mit dem ich arbeite, nach einem update komplett und völlig und ganz und gar abgestürzt. Ist tot, das Programm. imageimageimage

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Fotos lassen sich mit diesem Notdurftprogramm nicht mehr richtig einfügen. WIe man hier eindrucksvoll sehen kann….ein lustiges Ratespiel: was soll das sein und was hat sie da fotografiert? Und die Auflösung stimmt auch nicht und das Format und…ach. (Ratespiel: von wann ist das Foto unten? Wer den Text aufmerksam liest, erfährt es. Toll, oder?) und wir sind wirklich sparsam. Den Beweis sieht man auf dieser Seite (kleiner Hinweis: auf Frank achten…).imageIch kann Seiten nicht mehr formatieren und offline nicht mehr schreiben. – Gut. Nun habe ich mich ausge…ärgert und fange, tiefer Atmer, einfach nochmal von vorne an und schreibe den gesamten Text (es waren 1440 Wörter, das hatte ich noch mitgeteilt bekommen, imageimageimagebevor das Programm sich verabschiedet hat – wie ein lustiges Winken, das einem hinterher geschickt wird). Das alles ist dennoch alles irrelevant, wenn man inmitten von Redwoods, den Riesenbäumen, nächtigt. imageimage Und deshalb auch, nur deshalb sitze ich und schreibe alles nochmal. Denn wir sind umgeben von Bäumen, die so breit sind, dass Autos durch ihren Stamm fahren können und die so hoch sind wie hundert mal Helen aufeinander gestapelt. (sorry, die Bilder sind mies eingebaut, aber dieses Notprogramm ist…nunja…notdürftig). Wir sind jetzt im Frühling angekommen. Und sind drei Stunden nach dem Death Valley (Hochsommer, Hitze, minus 89Meter, am tiefsten Punkt der USA) auf 3000m und im Schnee gelandet. Danach kamen wir an einem See vorbei, der aussah wie aus einer Märchenwelt, dem Mono Lake. Kalksäulen ragen aus ihm heraus wie Kreaturen von einem anderen Stern. Der Wasserpegel des Sees hatte sich innerhalb von fünfzig Jahren so dramatisch verringert, um Los Angeles mit Wasser zu versorgen, dass er seit den neunziger Jahren unter Naturschutz steht. (Foto siehe oben irgendwo). Danach fuhren wir weiter nach San Francisco. Frank, die Mädchen und ich waren vor vier Jahren schon einmal dort. Und haben jetzt eine neue Aufstellung für’s Foto probiert. Schin bemerkt? Da uns die Stadt so gut gefällt, haben wir beschlossen, alle vier Jahr das Foto zu erneuern…an der selben Stelle natürlich. (Foto ebenfalls oben, wird ein kleines, lustiges Sichspiel mit diesem Programm hier). In San Francisco gehen wir wie schon beim letzten Mal nach Ashbury Hights, ins ehemalige Hippieviertel, das wir besonders mögen. Und wie beim letzten Mal kaufen wir bei Whole Food leckere Dinge für ein nettes Picknick ein. Und wie beim letzten Mal setzen wir uns damit auf den Rasen vom Golden Gate Park und steuern den Spielplatz an. Es geht doch nichts über Rituale, auch auf Weltreisen. :) Als wir nach Hause wollen, also, zu unserem Campi, der auf einem RV am Highway N1 steht, für 85Dollar die Nacht, natürlich exclusive der Tagesmiete, die das rollende Heim verschlingt (Reisen im Campervan sind absoluter Luxus, da kann man noch so oft den Grill anschmeißen oder Pfannkuchen machen), also: es ist dunkel und uns ist kalt. Wir beschließen dennoch, tapfer und reiseerfahren und travellermäßig wie wir sind, den Bus zu nehmen, um zu unserem RV-Platz zu kommen, der sich außerhalb der Stadt befindet. mit dem Bus fahren, heißt in dem Fall: latschen, auf Bus warten, nochmal laufen, auf nächsten Bus warten, nochmal laufen…ich sage zur Reisegruppe, zu unserer Kernfamilie also: „Wir fragen nur so zum Spaß mal ein Taxi an. Der Bus kostet für alle 22 Dollar. Wir beschließen: „Wenn das Taxi mehr als 35 Dollar kostet, fahren wir Bus. Ok?“ Alle nicken. Frank hält ein Taxi an. Der Taxifahrer, nach dem Preis gefragt: „Das kostet zwischen 40 ubd 50 Dollar, dann kommen noch die Kosten für die Golden Gate…“ – „thanks. We take it.“ Ich springe rein, alle flugs hinterher. So herrlich kann Inkonsequenz sein. Es wird eine spannende Fahrt, weil der Taxifahrer von seiner Flucht aus Indien erzählt. Großartige Geschichte. Das Taxometer tackert, wir lauschen ergriffen. Am nächsten Tag in Sausalito essen wir bei einem vor Ort anscheinend sehr beliebten Italiener. Drei älterte Herren spielen großartigen Jazz. Antonia kommt ins Gespräch mit einem Mann, der sie fragt, ob wir geim Taj Mahal gewesen seien. Sie bejaht. Ich bin perplex. Das gibts doch nicht! Den Mann habe ich tatsächlich dort gesehen, vorm Taj Mahal in Induen. Und jetzt hier, in diesem kleinen, sympathischen, charmanten Restaurant im weltoffenen San Francisco! Die Welt ist ein Dorf und das ist doch Schicksal, dass man sich hier wieder trifft und jeder Mensch jennt jeden über sechs Ecken, ach, ist das schön! Der Mann führt uns heraus. Er will uns das Taj Mahal zeigen. Wir sind verwirrt. Und folgen ihm schweigend. Ein Verrückter? Wr wirkt ganz normal. Aber vielen Schizophrenen merkt man die Krankheit ja nicht unbedingt an…er führt uns auf einen Bootssteg. Der Mond scheint und in der Ferne taucht plötzlich ein Gebäude auf, das azssieht wie…das Taj Mahal. Ein Hausboot. Von einem, nunja, Fan. Der Mann, den ich meinte, in Ainduen gesehen zu haben, verabschiedet sich freundlich. Beim echten Taj Mahal ist er nie gewesen. (jetzt bitte das „falsche“ Taj Mahal suchen. Es ist irgendwo bei den Fotos versteckt…). Solche Begegnungen haben wir hier oft. Denn hier sind die Menschen wieder draußen und sichtbar, anders als in der Wüstengegend, wo man keine Menschenseele sah, nur riesige Blechkarren. Hier sind die Häuser wie in Neuseeland auch aus Holz, die Zäune, falls virhanden ebenfalls und man plaudert miteinander. Die Mädels nehemen wahlweise Hund  an die Aleine (keine Kampfhunde zum Glück, die sieht man hier kaum) oder eine Katze auf den Arm. Die pittoresken Ortschaften sehen aus wie aus einem Film. Kein Wunder. Sind sie auch. In Bodega Bay wurde Hitchcocks „Die Vögel“ gedreht und man sieht sie tatsächlich, die schwarzen Krähen. In einem anderen, Mendocino, der aussieht wie ein Ort von „Die Waltons“ oder „unsere kleine Farm“ (die älteren Semester werden sich erinnern…) kommt ein Ladenbesitzer mit einem Zettel in der Hand auf uns zu, zeigt uns einen Songtext und fängt an zu singen: „Mendocino. Mendocino…“ Andere Kunden summen nacheinander mit. Und wir mittendrin. Großes Kino. Oder „Welt!“ (oder Katrin? :)

 

Und dann die Landschaft. Tosendes Meer, krachende Wellen, schroffe Felsen, davor ein Meer aus Blumen. Campgrounds direkt am Ozean. Meeresrauschen, Sternenhimmel, Lagerfeuer. Und immer wieder anhalten beim Fahren. Glotzen müssen. Geht nicht anders. Die Natur ist Schuld. Wir schaffen 25 Meilen pro Stunde. Und es kommen noch weitere Filmlokations. Und das ehemalige Elternhaus von Kurt Cobain. Und Nationalparks mit Regenwäldern. Und danach Vancouver. Und Vancouver Island. Wir fahren erstmal weiter. Glotzen. Knipsen. Atmen die Weite, die Frühlingsdüfte, und ich bleibe ent-spannt mit der Technik und denke an den Busfahrer der Cook Islands, Mr. Hopeless, der vor jedem Schlagloch rief: „Breathe in, breathe out!“ Und Frank kauft sich vielleicht eine neue Brille. Vielleicht.    

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