vier sind mal welt

WELTREISE ALS FAMILIE – UND DANACH?

 

Almeria DrohneVom grünen Norden in den trockenen Süden, in die einzige Wüste Europas.  Mit vier unterschiedlichen Kameras, einer Drohne und sehr netten Kollegen drehe ich zwei  Dokumentationen für Arte und das Schweizer Fernsehen in einer Gegend, in der diverse Western verfilmt wurden: „Spiel mir das Lied vom Tod“ entstand hier genauso wie „Für eine Handvoll Dollar“ mit Clint Eastwood, aber auch Teile von „Starwars“, „Lawrence von Arabien“ und „Kleopatra“ wurden hier verfilmt. Warum, das ahnt man sofort. Sobald die ersten Canyons und Kakteen auftauchen…Unsere Drohne (siehe oben) liefert an allen Orten den perfekten Überblick.

 

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Und ich nutze die Gelegenheit und jogge am Abend durch die Canyons in für Nordmenschen immer noch sengender Hitze, wenn wir nicht im letzten schönen Licht drehen.Almeria CanyonDenn wir sind ja nicht zum Spaß hier, sondern um über die fortschreitende Verwüstung der Gegend zu berichten. Ganze Dörfer sterben aus, Landstriche verdorren und die Menschen sind verzweifelt aufgrund der gigantischen Olivenplantagen, die ihnen das Grundwasser absaugen, so dass hier bald nichts mehr wächst, denn ein einziger Olivenbaum in dieser intensiven Monokultur schluckt 10-15 Liter Wasser am Tag, angereichert mit Pestiziden.

Noch eine Woche drehen wir bei 30 Grad im Schatten in verlassenen Dörfern und in Hippiekommunen, auf Olivenplantagen, bei Landwirten und an der Universität in Almeria, danach geht es dann wieder in den kühleren Norden – und in unseren Garten. Dort hatte sich vor meiner Abreise einiges getan. Großer Schreck beim letzten Mal: das Ampelnest war leer! Ein Tier muss die kleinen Vögel gefressen haben! Doch das war noch nicht alles: unsere Goldfische, die wir zu viert tags zuvor stolz und glücklich im Seersosenteich ausgesetzt hatten, konnten wir am anderen Morgen nicht mehr entdecken, keinen einzigen von ihnen! Dafür sahen wir eine Regelnatter – und die Mädchen schlugen sofort in ihrer Garten-und Tierbibel nach. Und da stand es schwarz auf weiß: Ringelnattern fressen gerne – Fische. Und stehen selbst unter Naturschutz. Natur pur, die Erkenntnisse, die man in einem Garten und in der Natur gewinnt, können manchmal grausam sein, aber: that’s life! Unser nächster Plan, nachdem, wir uns alle erstmal beruhigen mussten: wir haben uns einen Köder gekauft und versuchen mittels Köder und Casher, die Ringelnatter zu fangen. Um sie dann in einem großen Teich im Naturschutzgebiet hinter unserem Grundstück auszusetzen. Fressen und Gefressen werden. Das ist hart, aber eben auch Natur. Über uns kreist derweil ein Habichtpaar, und die Mädchen überlegten schon, ob vielleicht der Habicht die kleinen Amseln…aber nein, das ist keine Beute, vermuten wir zumindest. Um uns abzulenken, hatten wir bei herrlichem Wetter und glasklarem Wasser in der Ostsee angebadet. „Unser“ Strandwärter in Boltenhagen kennt uns mittlerweile nach den vier Jahren , die wir immer dort sind und ließ und das erste Mal zur Begrüßung umsonst durch. IMG_9321

Die Mädchen vergaßen für einen Moment die toten Vögel und Fische im Garten, die Ostsee kann sehr heilsam sein, vor allem wenn man fast alleine ist und ohne Kevins in kurz geschorenen Haare und mit Wadentatoos…

Und ich habe im Buchladen in Grevesmühlen ein ganz besonderes Buch entdeckt und mich sehr gefreut, vor allem, als die Ladenbesitzerin meinte, während ich das Foto machte: „Dieses Buch haben wir schon oft verkauft!“ – (Nein, ich meine NICHT: „How to be Irish“)…

IMG_9288

Erstmal ruft jedoch die Wüste! Morgen früh gehts zu einem älteren, ganz entzückenden Paar, das einen kleinen Gemüseladen betreibt, indem sich todo Sorbas trifft, sozusagen die Til Schweigers nur ohne Barefood und ohne Til Schweiger. Man kommt im Kittelkleid, tauscht Neuigkeiten aus und kauft vielleicht Kirschen für 1,30€ – das Pfund!  Um anschließend einen café solo mit Brandy zu trinken, das kleine Frühstück am Morgen in Andalusien, vielleicht, um der Hitze besser gewappnet zu sein. Wenn gerade der Tresen nicht besetzt ist, mixt man sich sein Frühstück kurzerhand selbst. Gerne auch als Teevariante: ein bisschen heißes Wasser, bloß nicht zu viel, Beutel rein, mit was Anständigem aufgefüllt, feddich. Wir halten uns dann doch lieber an den ordinären caffé con leche. Nicht ganz so spannend, aber…wir kommen ja auch aus dem kühlen Norden.

Almeria Abend

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3 thoughts on “Europas Wüste und der grausame Garten

  1. Silke sagt:

    Ich schulde Dir eine lange richtige Antwort, ich weiss – aber vorerst: schoen zu wissen dass es klappt mit dem Dreh (wie gehts denn dem Spanisch?). Genieß‘ das schöne Licht und viele interessante Erlebnisse.

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    1. Holà Silke, mein Spanisch, also, naja…hablo un poco…ansonsten alles fein, das Team: zwei coole Jungs, die meine Söhne sein könnten und so fix drehen und Kameras wechseln, auf Autos montieren, vom Berg aus filmen und die Drohne fliegen lassen, dass ich staune. Jaja, die Jugend…:)

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      1. P.S. Und: Die Menschen hier in Sorbas sind trotz aller Armut und der Wasser-Problematik nicht etwa verbittert, sondern einfach entzückend! Es wird viel gelacht – vielleicht auch über unser Spanisch. :)

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