vier sind mal welt

WELTREISE ALS FAMILIE – UND DANACH?

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Es geht doch nichts über eine gute Nachbarschaft. Auch unter Büchern. „Frühstück mit Giraffen“direkt neben Helmut Schmidt und Anne Frank. Von meiner Freundin am Flughafen Hamburg entdeckt und ein paar Tage später von mir selbst an einem anderen buch-am-flughafenFlughafen – und gleich bildlich festgehalten. Ich befand mich auf dem Weg/Flug zu einem einstündigen Interview nach München mit Bayern3. „Mensch Theile!“, heißt die Sendung, mit einer sympathische Moderatorin, einem netten Team und einem, hoffentlich, guten Gespräch; kurz, mir hat es großen Spaß gemacht! Nur die erste Frage hatte mich etwas kalt erwischt…Hier der link zum Interview, wer mal reinhören will: http://www.ardmediathek.de/radio/Mensch-Otto-Mensch-Theile-BAYERN/Bettina-Pohlmann-51-Weltreise-mit-der-/Bayern-3/Audio-Podcast?bcastId=5925162&documentId=39214130

Vorher gab es noch eine Lesung mit Frühstück und vielen Menschen in der Buchhandlung Michaels in Reinfeld. Schöne Idee, eine Lesung mit einem Frühstück zu verbinden. (Das mag eventuell am Buchtitel liegen…). Was mich vor allem beeindruckte, waren die vielen Giraffen, die vor, hinter und neben meinen Büchern hervorschauten, nicht nur in der Buchhandlung selbst, sondern auch das Schaufenster bestückten. Für das Erinnerungsfoto bekam ich die größte gleich in die Hand gedrückt und hätte sie am liebsten mit nach Hause genommen.

Und nun also Advent. Zweige und Engel zu Hause, Staunen im Weihnachtsmärchen, Kerzenlicht und Kekse!  Immer wieder Kekse. Knabbern – und backen natürlich! Und dazu das Weihnachtsoratorium in voller Lautstärke. Alle Jahre wieder – herrlich! Zusammen mit Freunden haben wir traditionell wie jedes Jahr die ersten Kekse Anfang Dezember produziert und neue Verzierungen ausprobiert. Mittlerweile sind wir bei der vierten Produktionsstufe und neuen Varianten…

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Heute habe ich mich mal abwechslungshalber an Pralinen versucht, und falls sie genießbar sind, werde ich die Produktion fortsetzen. Und dann gehört seit einem Jahr zum Advent unser Freund Kai Pannen, seines Zeichens Illustrator und Autor, der so tolle Kinderbücher hervorbringt wie „Du spinnst wohl“. Jeden Tag im Dezember bis Heiligabend lesen wir ein Kapitel aus dem Leben von Spinne Karl-Heinz und Fliege Bisy, die als Weihnachtsbraten enden soll. Aber, natürlich kommt alles ganz anders… Antonia und Helen, aber auch Frank und ich freuen uns jeden Abend auf das neue Kapitel! Und halten uns natürlich strikt daran: Jeden tag bis Weihnachten EIN Kapitel! Und jetzt – lesen wir wieder darin…Wer neugierig geworden ist:  https://www.youtube.com/watch?v=0zCapBlTod8

Allen noch eine schöne Adventszeit, und – falls Ihr noch ein Geschenk für Eure Liebsten/Kollegen/Nachbarn braucht: Also, es gibt da dieses Buch über eine Familie, die eine Weltreise gemacht hat, irgendwas mit „Frühstück“ und „Giraffen“ oder so…:-)

 

 

 

Seit etwas über einem Monat ist „Frühstück mit Giraffen“ nun in den Läden, es gibt immer wieder neue Rezensionen: http://svenjasbookchallenge.blogspot.de/2016/10/rezension-fruhstuck-mit-giraffen.html, und ich bin noch nicht so richtig dazu gekommen zu spionieren, ob mein Buch vielleicht irgendwo auf einem eigenen kleinen Stapel liegt (ha, bei „Heymann“, da hab ich es tatsächlich auf einem Stapel gesehen…und Freunde an anderen Orten und Beweisfotos gemacht). „Frühstück mit Giraffen“ hat mittlerweile seine ersten Auftritte hinter sich. Nach einer Lesung in Teterow ging es zur Buchmesse nach Frankfurt. Und dort stand es dann. Mein Buch. Unglaublich.

buchmesse-blanvaletIch kam allerdings kaum dazu, den Anblick zu genießen, denn ein Termin folgte auf den nächsten. Fototermine, ein Minifilm wurde gedreht („Bitte erklären Sie uns doch innerhalb einer Minute den Inhalt Ihres Buches!“ und da nicht geschnitten wurde und das Ganze „ein Take“ sein sollte, dachte ich sofort an Loriot und den Lottogewinner Erwin Lindemann und, äh, verhaspelte mich natürlich sofort…), es gab Interviews und Bloggertreffen, gefolgt von Empfängen und Einladungen zum Essen. Es war anstrengend, es war schön, es war ein Rausch.Zum Glück kamen dann noch Frank und die Mädchen, und so konnten wir zwischendurch gemeinsam andere Stände und Hallen besuchen und ein bisschen Familie leben.

Bei all dem Trubel hatte ich zunächst die riesige Anzeigetafel bei Random House komplett übersehen… Und dann kam der nächste Auftritt für das Buch. Eigentlich. Denn leider vergass der Moderator, dieses zu erwähnen, geschweige denn, hochzuhalten. Das Buch fand einfach nicht statt. Dafür ich mit aufgetürmten Haaren…Konkreter: Ich flog nach Mainz ins Studio vom „heute journal“, das tatsächlich die Ausmaße eines Fußballstadions hat, und saß kurz darauf mit eben jener Betonfrisur nervös auf dem Sofa, denn der Talk war live, heißt, gesagt ist gesagt und kann nicht mehr rausgeschnitten werden.

Als aber der Moderator nicht nur meinen Namen, sondern auch den des Kollegen, der den netten, kleinen Einspieler über uns gemacht hatte, erfolgreich zweimal falsch ausgesprochen hatte – wurde ich etwas ruhiger. Soviel bleibt auf jeden Fall festzuhalten: Die Frisur saß. Dank Plätteisen und Haarspray….https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mittagsmagazin/talk-mit-bettina-pohlmann-102.html

Danach wollten wir nur noch eins: Durchlüften. Und wo kann man das besser als auf Sylt? Die Insel gehörte immer – neben Paris und New York – zu meinen Lieblingsorten. (Ok, und der Provence und Neuseeland und…). Neben all den Sehnsuchtsorten gibt es noch Orte, an die man sich wahrscheinlich im Sterben zurück sehnt. Weil man dort so glücklich war, weil man sein halbes Leben oder ganz intensive Momente dort verbracht hat, weil man sentimental wird und plötzlich eine ganz besondere Stimmung aufkommt. Sylt ist so ein Ort. sylt-5Die Insel habe ich seit meiner Jugend mehrmals pro Jahr besucht. Zum Auftanken und Durchlüften. An Ostern und über Silvester und im Sommer, aber noch öfter im Herbst oder Winter. Sei es im Hannomak oder Zelt, oder zusammen mit meiner Freundin, in einem preiswerten Gästezimmer einer kleinen Pension, in denen zum Frühstück Eier in selbst gehäkelten Hasenohren angeboten wurden. Später kochte ich selbst – zusammen mit Freunden im Apartment in List. Oder – noch später – fuhr ich zum Arbeiten hin, für einen Dreh für „mare TV“. Meine Freundin hat dann sogar auf Sylt geheiratet. Und wir uns geschworen, wenn wir ganz alt sind und schrumpelig und trotzdem noch laufen können, gemeinsam auf Sylt am Strand Erinnerungen auszutauschen und vielleicht sogar noch Neues zu entdecken. Doch jetzt, vielleicht weil wir die Datsche an der Ostsee haben, war ich lange nicht mehr dort. – Schon die Anfahrt mit dem Autozug ist ein Erlebnis. Antonia und Helen waren neugierig, warum Frank und ich uns so sehr auf die Insel freuten. Vor allem ich rief immer wieder: „Gleich fahren wir auf den Zug und dann, irgendwann, sieht man links und rechts vom Zug aus das Meer! Ist das nicht toll?“ Ich glaube, unsere Mädchen waren ein ganz klein wenig irritiert von dieser etwas irren Vorfreude. Aber dann, sobald wir uns Sylt näherten, blaute der Himmel plötzlich, die Wolkendecke riss auf, es roch nach Meer und Dünengras, wir sahen aufgetürmte Wellen mit shaumigen Kronen, und der Wind ließ unseren neuen Drachen tanzen. Und die Mädchen – tanzten auch.

Ich liebe die Einsamkeit am Ellenbogen, und Antonia nahm die Geräusche des Meeres auf und staunte immer nur, wie breit, wie wunderschön feinsandig der Strand ist und Helen lachte und rannte Reichtung Meer. Wir haben so viele fantastische Orte auf der Welt gesehen – Sylt sehen wir jetzt mit anderen Augen. Mit einer gewissen Bewunderung. Vor so viel Schönheit. Für uns ist Sylt eine echte Ausnahmeerscheinung unter den Inseln und erinnert uns die Hamptons. Und nein, ich schreibe dies nicht für die Tourismusbehörde. :-) Es hat gut getan, auf der Insel zu sein. Und wir wollen jetzt wieder öfter hinfahren, im Herbst und gern auch im Winter, um das Rauschen der Wellen zu hören, das Leuchten des Dünengrases zu sehen und diese fantastische Weite zu spüren. Denn das macht glücklich. Ich wusste es doch. So war es immer und so wird es immer sein.

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